NeuProduct Score, 4T Segmentation, Price War und Broken Size sind live.Neuigkeiten ansehen
Feedance
E-Commerce

GTIN-Ablehnungen und Kennungsfehler in Google Shopping beheben

Ungültige oder nicht übereinstimmende GTINs blockieren Ihre Produkte. Der Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Kennungsfehler im Merchant Center lösen.

Cagdas PolatCagdas Polat
7 Min. Lesezeit
GTIN-Ablehnungen und Kennungsfehler in Google Shopping beheben

Im umkämpften E-Commerce ist Sichtbarkeit auf Google Shopping entscheidend. Sie haben Ihre Produktangebote sorgfältig erstellt, Ihre Bilder optimiert und Ihre Gebotsstrategie festgelegt. Und dann sehen Sie sie: die gefürchtete Benachrichtigung in Ihrem Dashboard im Google Merchant Center, die eine Welle von Produktablehnungen ankündigt. Ein genauerer Blick zeigt den Schuldigen – ein hartnäckiges und oft verwirrendes Problem mit „ungültigen“ oder „fehlenden“ Produktkennungen. Meistens liegt die Ursache bei der Global Trade Item Number, kurz GTIN.

Für viele Onlinehändler und Marketingverantwortliche fühlt sich der Kampf mit GTIN-Fehlern wie eine frustrierende, endlose Auseinandersetzung an. Diese Ablehnungen nehmen Ihre Produkte nicht nur aus der Auktion und stoppen potenzielle Verkäufe, sondern können sich auch negativ auf den Gesamtzustand Ihres Kontos auswirken. Wer jedoch die Logik hinter den Anforderungen von Google versteht und systematisch vorgeht, kann diese Herausforderung in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln.

Dieser umfassende Leitfaden entmystifiziert GTINs, erklärt die häufigsten Fehler im Zusammenhang mit Kennungen und bietet einen strategischen, umsetzbaren Rahmen, um sie effizient zu beheben. Wenn Sie Ihre Produktdaten im Griff haben, sind Ihre Angebote dauerhaft freigegeben, korrekt und bereit für maximale Performance auf Google Shopping.

Die Grundlage: Warum eindeutige Produktkennungen (UPIs) wichtig sind

Bevor wir uns der Fehlerbehebung widmen, ist es wichtig zu verstehen, was eindeutige Produktkennungen (Unique Product Identifiers, UPIs) sind und warum Google ihnen einen so hohen Stellenwert beimisst. Stellen Sie sich UPIs als universellen Fingerabdruck eines Produkts vor. Sie ermöglichen es Google, genau zu verstehen, was Sie verkaufen, und es mit seinem umfangreichen Produktkatalog abzugleichen.

Zu den wichtigsten UPIs gehören:

  • GTIN (Global Trade Item Number): Der Zahlenwert unter dem Barcode auf der Verpackung eines Produkts. Je nach Produkttyp und Region kann es sich um eine UPC (in Nordamerika), eine EAN (in Europa), eine JAN (in Japan) oder eine ISBN (bei Büchern) handeln.
  • MPN (Manufacturer Part Number): Ein alphanumerischer Code, den der Hersteller vergibt, um ein bestimmtes Produkt innerhalb seines Sortiments zu identifizieren.
  • Marke: Der Markenname des Produkts.

Der Algorithmus von Google nutzt diese Kennungen, um:

  • Angebote zu bündeln: Identische Produkte verschiedener Verkäufer werden auf einer einzigen, umfassenden Shopping-Seite zusammengefasst, sodass Nutzer Preise und Versandoptionen leicht vergleichen können.
  • die Anzeigen-Performance zu verbessern: Wenn Google das genaue Produkt kennt, kann es Nutzern mit hoher Kaufabsicht relevantere Anzeigen ausspielen, was zu besseren Klickraten und Conversions führt.
  • erweiterte Funktionen zu ermöglichen: Korrekte UPIs sind Voraussetzung für die Teilnahme an Programmen wie Produktbewertungen und speziellen Aktionen.

Produkte ohne korrekte UPIs einzureichen ist, als wollte man ein Buch ohne ISBN in einer Bibliothek einordnen. Das System weiß schlicht nicht, wohin damit, und schließt es aus. Deshalb ist die Behebung von GTIN-Fehlern nicht nur eine technische Aufgabe, sondern eine strategische Notwendigkeit für den Erfolg im E-Commerce.

Die häufigsten GTIN-Fehler und ihre Ursachen entschlüsselt

Bei einer Ablehnung nennt das Google Merchant Center einen Grund. Diese konkreten Fehlermeldungen zu verstehen, ist der erste Schritt zur Lösung. Sehen wir uns die häufigsten Probleme im Zusammenhang mit GTINs an.

Ungültiger Wert [gtin]

Dies ist wohl die häufigste Ablehnung im Zusammenhang mit GTINs. Es handelt sich um eine breite Kategorie, die bedeutet, dass die angegebene Nummer syntaktisch falsch ist.

  • Ursachen:
    • Falsche Länge: Eine Standard-UPC hat 12 Ziffern, eine EAN in der Regel 13. Eine Nummer mit zu wenigen oder zu vielen Ziffern löst diesen Fehler aus.
    • Ungültige Zeichen: GTINs bestehen ausschließlich aus Ziffern. Buchstaben, Bindestriche oder andere Sonderzeichen führen zur Ablehnung.
    • Platzhalternummern: Generische Nummern wie „000000000000“ oder „123456789012“ sind nicht zulässig.
  • Lösung: Die einzig zuverlässige Lösung besteht darin, die korrekte, offizielle GTIN von der Produktverpackung oder vom Hersteller zu beziehen. Nutzen Sie einen GS1-Prüfziffernrechner, um die Nummer zu überprüfen, wenn Sie einen Tippfehler vermuten. Erfinden Sie niemals eine GTIN.

Nicht übereinstimmende Kennung [gtin]

Dieser Fehler tritt auf, wenn die übermittelte GTIN zwar gültig ist, aber nicht zu den übrigen Produktinformationen (etwa Marke oder MPN) im Produktkatalog von Google passt.

  • Ursachen:
    • Verwechslung bei der Dateneingabe: Möglicherweise haben Sie in Ihrem Feed versehentlich die GTIN eines Nike-Schuhs einem Adidas-Schuh zugewiesen.
    • Verwechslung von Varianten: Vielleicht verwenden Sie eine Eltern-GTIN für eine bestimmte Kind-Variante (z. B. die GTIN für ein „T-Shirt“ im Angebot für ein „T-Shirt in Blau, Größe L“). Jede Variante sollte eine eigene, eindeutige GTIN haben.
    • Veraltete Informationen: Der Hersteller hat seine GTINs möglicherweise aktualisiert, doch Ihre Daten enthalten noch die alten Nummern.
  • Lösung: Prüfen Sie die betroffenen Produkte gründlich. Gleichen Sie die Felder Marke, Titel, MPN und GTIN in Ihren Quelldaten ab, um sicherzustellen, dass alle zu genau demselben physischen Artikel gehören. Lassen Sie sich die richtigen Kennungen für bestimmte Varianten von Ihrem Lieferanten oder Hersteller bestätigen.

Identifier_exists ist 'false', obwohl eine Kennung erforderlich ist

Dieser Fehler ist subtiler. Sie haben Google mitgeteilt, dass ein Produkt keine offiziellen UPIs hat, indem Sie das Attribut `identifier_exists` auf `no` oder `false` gesetzt haben. Google hat jedoch Hinweise auf das Gegenteil und geht davon aus, dass für dieses Produkt eine Kennung existiert.

  • Ursachen:
    • Missverständnis des Attributs: Händler von Markenware setzen `identifier_exists` mitunter fälschlicherweise auf `false`, weil ihnen die GTIN nicht direkt vorliegt.
    • Versuch einer Umgehung: Ein massenproduziertes Produkt soll ohne GTIN gelistet werden, indem es fälschlicherweise als Sonderanfertigung gekennzeichnet wird.
  • Lösung: Das Attribut `identifier_exists: no` sollte nur für tatsächlich einzigartige Artikel verwendet werden, etwa maßgefertigte Möbel, Vintage-Kleidung oder Kunstwerke als Unikat. Für jeden massenproduzierten Artikel einer bekannten Marke müssen Sie die richtige GTIN ermitteln und angeben. Nutzen Sie dieses Attribut nicht, um die Anforderungen von Google zu umgehen.

Schritt für Schritt: GTIN-Fehler in großem Umfang beheben

Eine Handvoll Fehler manuell zu beheben ist eine Sache, Hunderte oder Tausende anzugehen erfordert jedoch einen strukturierten Prozess. So gehen Sie methodisch vor.

Schritt 1: Diagnose im Google Merchant Center (GMC)

Ihre erste Anlaufstelle ist der Tab „Diagnose“ im GMC. Dort sehen Sie alle Artikelprobleme, können nach „Probleme im Zusammenhang mit der GTIN“ filtern und erhalten eine Liste aller betroffenen Produkte. Laden Sie den Bericht als CSV-Datei herunter. Diese Datei ist Ihre Roadmap: Sie enthält die konkreten SKUs bzw. Artikel-IDs, die Aufmerksamkeit erfordern, zusammen mit der genauen Fehlermeldung für jeden Artikel.

Schritt 2: Ihre zentrale Datenquelle festlegen

Die eigentliche Ursache der meisten GTIN-Fehler sind schlechte Daten. Die Lösung besteht darin, eine verlässliche „zentrale Datenquelle“ (Source of Truth) für Ihre Produktinformationen festzulegen.

  • Für Wiederverkäufer: Ihre wichtigste Quelle sollte Ihr Lieferant oder der Hersteller sein. Fordern Sie umfassende Datenblätter an, die für jede einzelne Produktvariante in Ihrem Sortiment korrekte Angaben zu Marke, MPN und GTIN enthalten.
  • Für Hersteller: Ihre interne Produktdatenbank ist Ihre zentrale Datenquelle. Stellen Sie sicher, dass die bei GS1 registrierten GTINs korrekt den jeweiligen Produkt-SKUs zugeordnet sind.

Ein wichtiger Hinweis: Kaufen Sie keine GTINs bei Drittanbietern. Diese sind oft recycelt oder nicht offiziell auf Ihre Marke registriert, was später zu Fehlern wegen „nicht übereinstimmender Kennung“ führen kann, wenn im Katalog von Google das Produkt eines anderen Unternehmens mit dieser GTIN verknüpft ist.

Schritt 3: Korrekturen in Ihrem Produktfeed umsetzen

Mit korrekten Daten in der Hand ist es Zeit, Ihren Produktfeed zu aktualisieren. Wie Sie dabei vorgehen, hängt von Ihrem technischen Setup ab.

  • Manuelle Bearbeitung: Bei sehr kleinen Katalogen können Sie die Produkte direkt in Ihrer E-Commerce-Plattform oder in einer Tabelle bearbeiten. Das ist nicht skalierbar.
  • Massenaktualisierungen: Nutzen Sie den CSV-Bericht aus dem GMC für einen SVERWEIS gegen Ihre Stammdatentabelle in Excel oder Google Sheets. So ordnen Sie fehlerhafte Angebote schnell den richtigen GTINs zu und bereiten eine Datei für den Massen-Upload auf Ihre Plattform vor.
  • Nutzung einer Feed-Management-Plattform: Das ist die effizienteste und skalierbarste Lösung. Mit einer Plattform wie Feedance zentralisieren Sie Ihre Daten und wenden leistungsstarke Regeln an. Sie können zum Beispiel eine Regel erstellen, die die richtige GTIN automatisch aus einer ergänzenden Datenquelle Ihrem Hauptfeed zuordnet. Außerdem können Sie Validierungsregeln anlegen, die Produkte mit GTINs falscher Länge automatisch markieren, noch bevor sie an Google gesendet werden – so verhindern Sie künftige GTIN-Fehler proaktiv.

Schritt 4: Erneut einreichen und überwachen

Nachdem Sie Ihren Produktfeed aktualisiert haben, reichen Sie ihn erneut im Google Merchant Center ein. Es kann eine Weile dauern, bis Google die Änderungen erneut crawlt und verarbeitet. Behalten Sie Ihren Tab „Diagnose“ in den folgenden 24–48 Stunden genau im Blick, um zu bestätigen, dass die Fehler behoben und Ihre Produkte freigegeben sind.

Proaktive Strategien gegen künftige Probleme mit Kennungen

Bestehende Fehler zu beheben ist ein reaktiver Prozess. Das langfristige Ziel ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

  • Produkt-Onboarding standardisieren: Legen Sie ein striktes Protokoll für die Dateneingabe beim Hinzufügen neuer Produkte zu Ihrem Katalog fest. Machen Sie Marke, MPN und GTIN zu Pflichtfeldern, die ausgefüllt sein müssen, bevor ein Produkt live gehen kann.
  • Regelmäßige Datenaudits durchführen: Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Daten statisch sind. Planen Sie vierteljährliche oder halbjährliche Audits Ihres Produktfeeds, um die Integrität der Kennungen zu prüfen – insbesondere bei Ihren meistverkauften Produkten.
  • Mit Feed-Regeln automatisieren: Nutzen Sie ein Feed-Management-Tool, um ein Sicherheitsnetz aufzubauen. Erstellen Sie Regeln, die typische Probleme wie die Länge der GTIN oder ungültige Zeichen prüfen. Diese automatisierte Validierung kann Fehler abfangen, bevor sie Google überhaupt erreichen.
  • Auf dem Laufenden bleiben: Google aktualisiert regelmäßig seine Spezifikationen für Produktdaten. Verfolgen Sie den offiziellen Blog des Google Merchant Center, um Änderungen, die Ihre Angebote betreffen könnten, frühzeitig zu erkennen.

GTIN-Ablehnungen und Kennungsfehler können für jedes E-Commerce-Unternehmen zu einem erheblichen Engpass werden. Sie nicht als technisches Ärgernis, sondern als Indikator für die Qualität Ihrer Daten zu sehen, ist jedoch ein entscheidender Perspektivwechsel. Korrekte, vollständige und gut strukturierte Produktdaten sind das Fundament einer erfolgreichen Google-Shopping-Strategie.

Wenn Sie das „Warum“ hinter den Anforderungen von Google verstehen, Probleme methodisch diagnostizieren und ein robustes System zur Datenkorrektur und -validierung einführen, können Sie Ablehnungen beseitigen. So sind Ihre Produkte für potenzielle Kunden dauerhaft sichtbar, und der Algorithmus von Google kann sie mit maximaler Wirkung platzieren. Letztlich zahlt sich die Zeit, die Sie in die Behebung von GTIN-Fehlern investieren, durch mehr Traffic, höhere Conversion-Rates und eine stärkere, widerstandsfähigere Präsenz im digitalen Regal aus.

Möchten Sie, dass jemand Ihren Feed noch einmal prüft? Wir gehen ihn gemeinsam mit Ihnen durch und zeigen Ihnen die Lücken vor Ihrer nächsten Einreichung.
Kostenloses Audit starten
Cagdas Polat
Geschrieben von
Cagdas Polat

Mitgründer von Feedance, wo er seinen Hintergrund als Computeringenieur und Marketer nutzt, um analytische Erkenntnisse voranzutreiben. Mit einem klaren Fokus darauf, Daten in umsetzbare Strategien zu verwandeln, unterstützt er Marken dabei, im digitalen Umfeld deutlich zu wachsen.

LinkedIn

Sehen Sie, welche Ihrer Produkte Umsatz bringen.

Verbinden Sie Ihren Produktfeed und GA4. Wir zeigen Ihnen Product Score, 4T, Price War und Broken Size für Ihren eigenen Katalog.